Editorial

Operative Hektik

Chefredakteur Steffen Pospischil Ich weiß nicht sicher, wer den Spruch „Operative Hektik ersetzt geistige Windstille!“ geprägt hat – gut anwenden lässt er sich jedoch auf das, was sich die Politik zur aktuellen Energiepreis-Diskussion einfallen lässt. „Geistige Windstille“ umschreibt an dieser Stelle vor allem die Konzept- und noch deutlicher die Machtlosigkeit. Und man macht es sich einfach: Plötzlich sieht es wieder so aus, als stelle die Kernenergie das Allheilmittel dar. Aber auch hier fehlen Weitsicht und Konzept. Die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle bleibt wie schon immer ungeklärt und über die Größe der Uran-Ressourcen gibt es lebhafte Diskussionen. Was bleibt also Unternehmen oder Privatleuten? Eigentlich nur die Suche nach Einsparmöglichkeiten. Gut gefallen hat mir ein Hinweis auf einer Tagung: Gehen sie doch mal nachts, wenn alle Anlagen stehen, durch die Fertigung, und hören Sie mal, wo überall Druckluft austritt und so ungenutzt verloren geht. Trivial? Vielleicht. Aber einfach zu beheben – ohne Hektik, ohne großen Aufwand, ohne neue Steuern, Ämter und Verordnungen. Und zum Schluss sei die Frage erlaubt: Kommt die Energiepreiskrise wirklich so plötzlich und überraschend? Ich denke nein.


Ihr Steffen Pospischil Chefredakteur Steffen Pospischil