Editorial

Energieeffizienz – ernsthafte Initiative oder Krisengag

Chefredakteur Lothar Zobel Die Hannover Messe war voll mit Energieeffizienz. Kein Messethemenbereich und keine Messehalle ohne Sondershow zu diesem Thema.
Da kann die Fraunhofergesellschaft nicht fehlen. In den bekannten Fraunhofer- Einrichtungen wird schon immer an diesem Thema geforscht. Der technische Fortschritt wurde auch, das soll hier nicht in Frage gestellt werden, in der Oberflächentechnik umgesetzt.
Warum dann das Getöse? Die explodierten Rohstoff- und Energiepreise im letzten Jahr sind genug Berechtigung, auch wenn sie im Moment wieder auf dem alten (hohen) Niveau sind. Dafür ist aber jetzt der Absatz (oft sehr kräftig) gesunken. Ein guter Grund, auch die Fertigungskosten zu senken.
Wir sahen und hörten von vielen interessanten Lösungen, die Energieeffizienz zu verbessern: Zum Beispiel Pumpen, deren Antriebe mit neuen Elektromotoren und Steuerungen erheblich bessere Wirkungsgrade ermöglichen und damit Energiekosten reduzieren. Zum Beispiel Strahlungstrocknung, mit der zumindest bei flächigen Teilen auf große Umluftöfen verzichtet werden kann zum Beispiel Abscheidung von Overspray in Lackierkabinen, wofür es mehre Lösungen gibt, welche erheblich weniger Luft und Wasser verbrauchen.
Hannover ist eine Neuheitenshow, auf der die Anbieter möglichst viele, große Anlagen präsentieren und verkaufen wollen. Wie gesagt wir zweifeln nicht am erheblichen technischen Fortschritt, der auch bei neuen Anlagen in hohem Maße realisiert wird, aber was ist mit den bestehenden „Altanlagen“? Was kann und wird da energieeffizient getan?
Wenig, bestätigen auch die Betreiber von Anlagen („never change a running system“) und hoffen auf möglichst einfache, kleine Lösungen und Komponenten, die Großes bewirken. Ein sehr interessantes Thema für die mo Redaktion, dem wir uns in nächster Zeit verstärkt widmen wollen.
Ihr


Chefredakteur Lothar Zobel
Ihr Lothar Zobel